Steuern auf der Abrechnung verstehen (AT · DE · CH)

Was KESt, Abgeltungsteuer, Kirchensteuer, Verrechnungssteuer und US-Quellensteuer auf deinem Bankbeleg bedeuten — und wie viel Unterschied zwischen Brutto- und Netto-Rendite wirklich liegt.

1. DACH-Steuervergleich auf einen Blick (Österreich, Deutschland, Schweiz)

Maßgeblich für deine Steuerpflicht ist immer das Land, in dem du steuerlich ansässig bist — nicht das Land, in dem dein Broker oder die Börse sitzt:

Kriterium Österreich (AT) Deutschland (DE) Schweiz (CH)
Steuername Kapitalertragsteuer (KESt) Abgeltungsteuer + Soli (+ ggf. KiSt) Einkommenssteuer (Kanton/Bund) + Verrechnungssteuer
Realisierte Kursgewinne (Aktien/ETFs/Anleihen) 27,50 % 26,375 % (ohne KiSt)
27,82 % (8 % KiSt) · 28,00 % (9 % KiSt)
0,00 % (im Privatvermögen steuerfrei)
Dividenden & Anleihen-Kupons 27,50 % 26,375 % (inkl. Soli) Steuerpflichtig als Einkommen (35 % Sicherungsabzug auf CH-Titel)
Klassische Sparbuch- / Tagesgeldzinsen 25,00 % 26,375 % Steuerpflichtig als Einkommen

2. Was cashlog.org mit Steuern macht — und was bewusst nicht

Das leistet die App für deine Rendite

Das baut die App bewusst nicht nach

Goldene Regel in cashlog.org: Was auf dem Bankbeleg steht, ist die buchhalterische Wahrheit für deinen Cashflow. Der Steuersatz in den Einstellungen dient nur als Schätzung dort, wo noch keine Endabrechnung vorliegt.

3. Österreich — Kapitalertragsteuer (KESt 27,5 % & 25 %)

Bei steuerlicher Ansässigkeit in Österreich unterliegen Kapitalerträge der KESt mit zwei festen besonderen Steuersätzen:

Steuereinfacher Broker (Inland) vs. Auslandsbroker

Führst du dein Depot bei einer österreichischen Bank (oder einem steuereinfachen Broker wie Flatex AT), behält die Bank die 27,5 % KESt bei jeder Dividende und jedem Gewinnverkauf automatisch ein (Endbesteuerung). Auf deiner Abrechnung findest du die Zeile „einbehaltene KESt“ — genau diesen Wert übernimmt der cashlog-Belegscanner.

4. Deutschland — Abgeltungsteuer (26,375 %) & Kirchensteuer

In Deutschland unterliegen Dividenden, Zinsen und realisierte Kursgewinne der Abgeltungsteuer nach § 32d EStG:

Wichtig bei deutschen Depots: Solange dein Freistellungsauftrag (Sparerpauschbetrag) noch nicht ausgeschöpft ist oder ein Verlustverrechnungstopf besteht, zieht die Bank auf dem Beleg 0,00 € Steuer ab. Da cashlog.org immer den echten Belegbetrag bevorzugt, bleibt eine steuerfrei abgerechnete Dividende auch in deiner Netto-XIRR steuerfrei.

5. Schweiz — Steuerfreie private Kursgewinne vs. steuerpflichtige Erträge

Das Schweizer Steuerrecht unterscheidet scharf zwischen Vermögenszuwachs (Kursgewinn) und laufendem Ertrag (Dividenden, Anleihenzinsen):

Deshalb besitzt das Schweizer Steuerprofil in cashlog.org zwei getrennte Regler: 0 % auf Kursgewinne und einen frei an deinen Kanton anpassbaren Schätzsatz für Dividenden & Zinsen.

6. Ausländische Quellensteuer (z. B. USA 15 %) & konkretes Abrechnungsbeispiel

Schüttet ein US-Unternehmen (z. B. Microsoft oder Johnson & Johnson) 100,00 € Bruttodividende aus, siehst du auf einer österreichischen oder deutschen Bankabrechnung typischerweise zwei Abzüge:

In cashlog.org wird die Summe aller einbehaltenen Steuern einer Abrechnung erfasst, sodass deine Netto-XIRR exakt auf den real ausgezahlten 72,50 € bzw. 73,62 € basiert, während die Brutto-XIRR mit den vollen 100,00 € rechnet.

Sieh den Unterschied mit echten Zahlen

Starte sofort im fertigen Demo-Portfolio (20 Positionen inkl. ETFs, Dividenden & Anleihen — ohne Anmeldung) oder teste 14 Tage kostenlos mit deinem eigenen Depot.